UCT
Mission "Grenzereintopf"

 

--- reine Landmission --- Ziel: Nachstellung des DDR-Grenzeralltags --- mit totaler Unterdrückung des Gedankens an Republikflucht --- Rotkäppchensekt als einzige Hilfe.

 

--Ausgangslage : Minimalgepäck, d.h. 40L Packs, Schlafsack, Biwaksack, Regenschutzkleidung,

--Keine Wechselkleidung, Verpflegung, 6L Trinkwasser pro Mann und ca. 6749,3 kg gute Laune-.

 

14:00

Absitzen am Parkplatz Travemünde und sofortiger, zügiger Anmarsch zur Priwall-Fähre-
Wechselgeldprobleme am Fahrkartenautomaten werden in bewährter UCT-Manier mit
dem üblichen "Zahl Du" bewältigt.

Sofortiges Vorstossen an den Strand und Beginn des Höllenmarsches.

Von Anfang an wird die Marschgeschwindigkeit im oberen Drittel angesiedelt.
Vollgas ist die Losung des Tages und die halbstündlichen, erforderlichen Trinkpausen
werden ohne zivilistisches Anhalten absolviert.

17:00

20 Kilometer sind bewältigt und das Büchsenlicht schwindet zusehends,
endlich kommt am Horizont das Tagesziel in Sicht.

Bei völliger Dunkelheit erreicht das Team den Zielpunkt und macht sich sofort an die
lebenswichtige Brennholzbeschaffung. Aus trainingsrelevanten Gründen wurde auf die
Mitführung von Kochern verzichtet und so muß das nasse Holz der Wälder entrindet,
und in einen feuerfähigen Zustand gebracht werden.

20:00

Die Temperatur sinkt gegen den Gefrierpunkt aber das Feuer brennt. Das mitgefühtrte
rohe Fleisch wird fachmännisch gegrillt und der japanische Sake wird in der Sigg-Flasche
in Feuernähe auf die erforderlichen 35° C gebracht.

03:00

Wärend der ObKmpfBdmst in seinem heimlich mitgeführten, wintertauglichen -20°
fully-guaranteed, kein-frieren-möglich-Schlafsack die Nacht besteht, keimen in dem Rest
des Teams Zweifel an der Tauglichkeit des Extra-Leicht-Materials.
Der Biwaksack verwandelt sich in eine eisige Höhle, in der selbst dem großen Nansen
nur das Wort "Scheiße" eingefallen wäre. Das einzig Wärmende scheinen die Leuchtziffern
auf der Glashütte Automatik-Uhr, auf der man die verbleibenden 360 Minuten bis zum
erlösenden Morgen ablesen kann.

06:00

Steifgefroren an Leib und Seele quält sich sich ObStbsCampr Ali aus seiner frostigen
Höhle und stürmt entschlossen in den tropfnassen Wald um ihm das notwendige
Brennholz zu entreißen.

08:00

Der ObKmpfBdm erwacht ausgeruht und findet neben einem beeindruckendem Feuer
auch ausreichended heißes Wasser für den obligatorischen Löslichen vor.

Das Eis ist schnell von den Biwaksäcken geklopft und das Team beschließt, den
Tag an Ort und Stelle mit der Einrichtung eines vorbildlichen Stealth-Lagers zu
verbringen.

Es vergehen ca. 4 Stunden, die ausschließlich auf die Brennholzbeschaffung
ausgerichtet sind.

2 Stunden später sind die mühsam gesuchten Hölzer verheizt.

Der Rest des Tages besteht aus weiterm Suchen, Entrinden und Trocknen von
Brennmaterial.

15:00

Das Team beginnt mit dem Suchen von Miesmuscheln am Strand.
Nach nur 4 Stunden haben die ausgehungerten Männer bereits
eine Pütz (Norddeutsch für "Topf" oder "Schale") voll zusammen. Die
mitleidigen Blicke der vereinzelten Spaziergänger werden gefechtsmäßig ignoriert.

18:00

Unter den erstaunten Blicken der anwesenden Möven verwandelt sich der
Topf roher Muscheln, mit schwarzem Pfeffer, Brühe und Zitrone, in ein
Gericht, das jedem hungrigen KampfCamper nur ein ehrlich gemeintes "UÄRGS"
entlocken kann.

20:00

Unbegrenzt lernfähig, polstert OberStabsCamper Ali seinen Lagerplatz, in
Erwartung einer weiteren frostigen Nacht, mit Seegras.

Ausgerüstet mit dem üblichen Vorrat heißer Gedanken, die zwingend zu der
mentalen Grundausrüstung eines jeden UCT´s gehören, wird die eisige Nacht zu einem
Kinderspiel.

06:00

Das Team erwacht zu dem Rauschen der bedrohlich nahe schlagenden Wellen, die schon an den
Biwaksäcken lecken.
Das routiniert entfachte Feuer wird bereits 5 Min. später durch die Flut komplett gelöscht.
Der vormals 20 Meter breite Strand verschwindet in der tückischen See und das Team kann
sich nur durch Geistesgegenwart und Disziplin auf das höherliegende Land retten.

08:00

Beginn des kontrollierten Rückmarsches.

10:00

Das Team trifft auf ein Gebäude der ehemaligen Grenztruppen und nachdem die
Stellung in vorbildlicher Weise genommen und Raum für Raum gesichert worden ist,
wird ohne Rücksicht auf persönliche Gefahr der Sendeturm, bis zu einer Endhöhe von
ca.50 Meter, bestiegen.(oder waren es doch nur 20?) Egal, es war hoch und wackelig!!

11:00

Gewaltmarsch in Richtung Priwall, Amateurjogger werden gnadenlos gedemütigt.

13:00

Eintreffen am Fähranleger Priwall.

Das Team beschließt in ERNA´S Grill einen Currywurst-Pommes-Rot-Weiß-Stop einzulegen
und der ObKmpfBdmst sieht sich konfrontiert mit Menschen, die schon Vormittags
4 kleine Jever und eine halbe Packung HB geschafft haben.

Noch auf der Fähre hält er krampfhaft seinen Fahrschein in der feuchten Faust
und murmelt "so will ich nich´ seiiiiin".

14:30

Erreichen des Einsatzfahzeugs.

Mission erfolgreich beendet!!!!!

 

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