UCT
Operation: Hafenrundfahrt
| Donnerstag, 7. Juni 2001, 08:15 Uhr, Hafen Winsen/Stöckte Position N53 23 28.6 E10 10 53.2* Eine Stunde nach Hochwasser ist das Boot beladen und abfahrbereit. Der Wetterbericht für den heutigen Tag sagt leichte Schauertätigkeit und Wind in Böen aus NW in Stärke 6-8 voraus. Also scheinbar optimale Bedingungen. Zu diesem Zeitpunkt ist im Winsener Hafen nichts los, so bleibt das heldenhafte Auslaufen leider unbeobachtet. |
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| 09:15 Uhr, N53 26 27.5 E10 05 36.3 Leider schlafen dem Autor aufgrund der unbequemen Sitzposition im Boot nach kurzer Zeit die Beine ein, so daß jeder Landgang dem Fruchbarkeitstanz einer betrunkenen Wasserratte gleicht. Eine Pause gegenüber vom Hohendeicher See ist angesagt. Hier ist demnächst eine lustige Operation an der Übungsplattform der Wasserschutzpolizei angesagt. Das Wetter ist bisher stabil, vom Wind ist wenig zu spüren. |
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| 09:35 Uhr, N53 27 21.2 E10 04 17.7 Hier teilt sich die Elbe in Norderelbe und Süderelbe. Da die Durchfahrt durch die Köhlbrandbrücke als Höhepunkt vorgesehen ist, wird die Nordroute angesteuert. Auch Froschmänner heben sich das Beste für den Schluß auf. |
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| 10:33 Uhr, N53 30 33.4 E10 03 29.6 Die Elbbrücken der A1 sind erreicht. Die Beine schlafen, bekommen von alldem nichts mit. Selbst beim Anblick der Schiffe vom Hansa-Taucher werden sie nicht wach ... |
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| 10:57 Uhr, N53 31 50.9 E10 01 31.4 Die neue Elbbrücke und die Freihafenelbbrücke kommt in Sicht. Langsam beginnt die Luft nach Hamburg zu duften. Die Wasserspritzer, die über das Deck kommen, schmecken mittlerweile leicht salzig. Der Schiffsverkehr nimmt langsam zu. |
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| 11:13 Uhr, N53 22 11.1 E09 59 41.6 Das Boot fährt jetzt auf Höhe des Segelschiffhafens und des Hansahafens. Hier schlägt der Wind zum ersten Mal erbarmungslos zu, allerdings mehr aus Richtung W bis SW. Sobald Boot und Paddler aus dem Windschatten der Hafenmauern kommen, wird das Wasser schön kabbelig. Der weiter zunehmende Schiffsverkehr trägt zum ungemütlichen Wellengang bei. Am Arningkai ist im Schutze des Fähranlegers die letzte Pause vor dem großen Verkehr angesagt. Gerade rechtzeitig, denn Sekunden nach dem Anlegen kommt die Wasserschutzpolizei vorbei. |
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| 11:59 Uhr, N53 32 34.7 E09 57 53.7 Die Docks von Blohm + Voss liegen voraus. Das Überfahren des alten St. Pauli Elbtunnels hat am Bootsrumpf keine Schäden hinterlassen. Der Verkehr auf der Elbe sieht aus Augenhöhe des Paddlers bedrohlich aus. Ähnliches kann auch von den Wellen behauptet werden, die jetzt regelmäßig über das Deck spülen. Die Spritzdecke hat längst aufgegeben. Rehlein hat alle Hände voll zu tun, um das Boot vor dem Kentern zu bewahren, daher gibt es hier keine Fotos. Um den Verkehr besser im Auge zu haben, wird entgegen aller Vorschriften im linken Bereich des Fahrwassers, also im Gegenverkehr, gepaddelt. Als der Paddler gerade um das erste Dock steuert, kommen ihm zwei Schlepper mit hoher Geschwindigkeit entgegen, so daß sich Rehlein zum Ausweichmanöver entschließt, um die geringfügig stärkeren Schiffe vorbei zu lassen. Der zweite Anlauf sieht zunächst vielversprechend aus. Der aufbrisende Wind aus West, die 15m hohen Wände des Docks backbord, die Schiffe steuerbord und die Wellen bis zu ca. 1,20m Höhe lassen aber kein echtes Vergnügen aufkommen. |
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| 12:05 Uhr, N53 32 23.7 E09 57 09.8 An den Docks vorbei vom kurz vorm Vorhafen der Wind in starken Böen aus SW, die Wellen kommen in kurzen Abständen. Fast jede dritte Welle wird vom Boot durchtaucht und trifft ungebremst auf den Paddler. Die WaSchuPol kreuzt wieder den Weg des Kayaks, nimmt aber überhaupt keine Notiz. Mehrmals kann das Kentern des Bootes nur knapp verhindert werden. Nur zwei Hafeneinfahrten (ca. 1,3 km) vor dem anvisierten Köhlbrand beschließt Rehlein, den Rückweg anzutreten. Ein Froschmann riskiert nicht, sich von der Wasserschutzpolizei retten lassen zu müssen. Wegen des ruhigeren Wassers wählt Rehlein diesmal den Weg zwischen Docks und Wendemuthkai. |
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| 12:20 Uhr, N53 32 40.4 E09 58 16.4 "Wenn schon aufgeben, dann mit Stil", denkt sich der Froschmann beim Anblick der Rickmer Rickmers auf der anderen Elbseite. Hier an den Landungsbrücken wird die Übung "Heldenhaftes Einlaufen" ein Kinderspiel sein. Knapp 380m trennen Rehlein von der Bewunderung der Touristen und dem Fischbrötchen. Also schnell den gröbsten Verkehr vorbeigelassen und zur Landungsbrücke traversiert. Wer die Landungsbrücken kennt weiß, daß man hier tideunabhängig anlegen kann. Das sind für ein Seekayak immer noch ca. 1,8m Höhenunterschied, deshalb muß der Froschmann jede kleine Unebenheit nutzen, um vom schaukelnden Boot zwischen den Hafenrundfahrtschiffen auf die Kaianlage zu klettern. Erwartungsgemäß bleibt die Menge stehen und bewundert den beweglichen Paddler beim Bergen des Bootes. Ab jetzt ist Pause. Warten auf die Flut und Klönschnack mit den Ausflugkapitänen ist angesagt. |
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| 14:16 Uhr, N53 23 41.5 E09 58 19.2 Das Wasser läuft seit einer guten Stunde wieder die Elbe hinauf. Es wird Zeit, Abschied zu nehmen. Rehleins Overall ist getrocknet, die Kabine des Kayaks ebenso. Dem Hinweis eines Ausflugkapitäns folgend, soll es durch die Speicherstadt zurück zu den Elbbrücken gehen. An der Kehrwiederspitze macht sich das GPS wieder voll bezahlt, als es darum geht, aus vier verschiedenen Möglichkeiten den richtigen Weg zu wählen. Es handelt sich hierbei um ein Garmin eMap mit detaillierten Karten von Hamburg und Umgebung. Dieses Gerät ermöglicht auch später die lückenlose Dokumentation der Route mit Hilfe der sog. MapSource Software. Der Weg führt über den Zollkanal zum Oberhafen, von dort in den Billhafen und schließlich stromaufwärts von der Neuen Elbbrücke in die Elbe. Ab hier verläuft die bekannte Stecke ohne Zwischenfälle, der geneigte Leser soll nicht mit langatmigen Wiederholungen gelangweilt werden. |
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| 17:42 Uhr, N53 26 29.4 E10 05 32.3 Letzte Pause vor dem Showdown. Der hohe Wasserstand macht es schwierig, gemütliche Strandplätze zu finden. Der Rest der Strecke zieht sich unendlich, die Schultern schmerzen und lassen das Verlangen des Froschmannes nach einer Ibuprofen-800-Kapsel schier unerträglich werden. Selten erreicht das Boot noch Geschwindigkeiten >8 km/h. Wenigstens hilft seichter Rückenwind und eine leider schwächer werdende Strömung ein wenig mit. |
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| 19:05 Uhr, N53 23 39.0 E10 10 41.6 Die Schleuse zur
Hafeneinfahrt Winsen/Stöckte ist geschlossen. Also wird das Boot mit Hilfe des anwesenden
Empfangskomitees der Abschließende Worte des Froschmannes: "Sowas nur noch an einem Sonntag bei Schönwetter!" |
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*Anmerkung zur Navigation: Benutzt wurde ein Garmin eMap, Kartendatum WGS
84, Positionsformat Lat/Lon hddd°mm'ss.s"