22:00
Der UCT-Trupp, bestehend aus Obercheerleader (ObChldr) Schulli, Oberstabscamper
(ObStbsCampr) Ali und Oberkampfbademeister (ObKmpfBdm), trifft sich zur
Operationsbesprechung im nahen Parkhaus. Die Lage ist klar, jeder weiß genau, was der
andere zu tun hat. "Ich habe eine rote Casio mit silbernen Bommeln, und Ihr?",
scherzt Schulli auf Alis Kommando "Uhrenvergleich", doch der Witz verhallt
ungehört in der frostigen Atmosphäre der unter Anspannung stehenden Unterwassercamper.22:30
Das Team macht sich bereit. ObChldr Schulli putzt sorgsam das Okular Ihres nachttauglichen
Fernglases, Ali legt seine Tarnung als Landstreicher an und der Oberkampfbademeister
bereitet Preßluftgerät und LAR III auf den bevorstehenden Tauchgang im Hafenbecken vor.
23:00
Die Rotte ist bereit, einen Moment lang ist Zeit für Sammlung und Meditation. Jeder der
drei UCT spricht sich selbst ein leises "Tschakaaa, Du schaffst es" vor, dann
ist es Zeit für einen gegenseitigen Ausrüstungscheck. Schullis Fernglas ist perfekt
geputzt, Ali hat eine grausige Bierfahne und Rehlein spuckt gerade zum fünften Mal in
seine beschlagene Maske. Am geplanten Übergabeort werden vier Kalksandsteine deponiert,
deren Bedeutung sich im Laufe dieses Berichtes noch herausstellen wird.
23:15
Jedes Teammitglied begibt sich an seinen Platz. Schulli übernimmt die Stellung von
"God", tarnt sich als Wegweiser und hat das gesamte Areal im Blick. Ali taumelt
mit seinen Wolldecken an die vorgesehene Rampe, die hinunter zu der Landungsbrücke
führt, Rehlein taucht lautlos unter den Ponton gegenüber der "Rickmer
Rickmers". Die Strömung ist nicht so schlimm wie erwartet und als sich die Augen an
die Dunkelheit gewöhnt haben, stellt der ObKmpfBdm fest, daß es ganz schön dunkel ist.
Derweil reißt der Oberstabscamper die neunte Dose Hansa Pils auf, um seine Tarnung so
realistisch wir nur möglich zu gestalten.
23:30
Sofort beim Schlag der nahen Turmuhr nimmt "God" per Mobiltelefon Kontakt zum
Agenten auf, der als Discogänger getarnt im T-Shirt vor dem Pupasch herumlungert. Er wird
mit seiner Ware indirekt am Standort des ObStbsCamprs vorbeigeführt, der ihn mit der
Frage "Hey Alter, haste mal 'ne Notnahrung?" auf sich aufmerksam macht.
"Geh' da runter, ich komme gleich nach", schickt er den Agenten auf den
verabredeten Ponton. Als die Lage klar ist und das Okay von "God" kommt, sammelt
er seine neun leeren Dosen ein, wickelt diese in die übelriechende Wolldecke und folgt
dem Agenten, der sein dünnes T-Shirt langsam zu verfluchen scheint. Jetzt hat Schulli
ihre neue Position eingenommen und hängt als Galionsfigur getarnt am Bug der
"Rickmer Rickmers"
23:45
Rehlein befindet sich nun genau unter dem Übergabeort. Als er die Schritte über sich
hörte, hat er von der Preßluft auf des geschlossene Sauerstoffsystem gewechselt, um
nicht durch seine Luftblasen aufzufallen. Noch wähnt sich der Agent mit dem Landstreicher
alleine.
23:55:20
Ali übergibt die verabredete Summe in kleinen, nicht fortlaufend numerierten Scheinen und
verpackt die Ware in einen wasserdichten Beutel, legt die Kalksandsteine als Gewicht oben
auf das Paket und verschließt den Beutel mit geübten Handgriffen. Bei diesem schwarzen
Sack handelt es sich um eine Spezialanfertigung der UCT, die mit einem Ein- und einem
Auslaßventil versehen ist. Er aktiviert das weiße Knicklicht, das am Gurtsystem des
Beutels mit einem Kabelbinder befestigt ist und läßt den Beutel lautlos ins Wasser
gleiten. Er versinkt sofort.
23:57
Rehlein sieht das weiße Knicklicht schemenhaft an sich vorbeirauschen und taucht diesem
sofort hinterher, um den Kontakt im trüben Elbwasser nicht zu verlieren. Der Aufprall des
Beutels im Hafenschlick hat die Sichtbedingungen nicht unbedingt verbessert. Als das
Objekt gesichert ist, läßt er an einer Leine einen roten Ball mit der Aufschrift
"o.k." an die Oberfläche, nun weiß ObStbsCampr Ali, daß alles gut wird. Er
verabschiedet sich vom Agenten und macht sich auf, den Treffpunkt aufzusuchen. Unterdessen
schließt Rehlein den Beutel am Einlaßventil (Baugleich mit denen der Trockenanzüge) an
seine PTG an und tariert ihn vorsichtig neutral aus und macht sich ebenfalls auf den Weg
zum Treffpunkt. Die schlechte Sicht macht jedoch nur ein langsames Fortkommen möglich.
0:10
Die Rotte der Unterwassercamper trifft sich in der Nähe des Einsatzfahrzeuges, die Spuren
der Anstrengung zeichnen sich deutlich auf ihren Gesichtern ab. Die Ware wird geprüft und
für gut befunden. Die Operation wird für gelungen erklärt, die Teammitglieder
verabschieden sich und jeder verschwindet in der Dunkelheit der Nacht ...
*****
Nachtrag
Tatort: Wohnzimmer des Oberkampfbademeisters, Tatzeit: 17:43:49, zwei Tage vor der
Operation "Grüner Quader".
Beim letzten Check der Tauchausrüstung reißt die nicht mehr ganz frische
Latex-Halsmanschette des Einsatz- Tauchanzuges, woraus sich die Tatsache ergibt, daß die
obenstehende Geschichte frei erfunden ist. Jedoch war die Operation genau so geplant.
Hooyaahh! |
|