UCT
Operation "Grüner Quader"

 

An den Landungsbrücken in Hamburg soll um 23:30 Ortszeit ein 11kg schweres Paket mit NATO-Notnahrung von einem Kontaktagenten aus Schleswig-Holstein an eine Rotte des UCT übergeben werden. Die Operation wird bis in kleines Detail durchgeplant, nichts darf dem Zufall überlassen werden, selbst die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der ortsnahen U-Bahn werden kontrolliert.

22:00
Der UCT-Trupp, bestehend aus Obercheerleader (ObChldr) Schulli, Oberstabscamper (ObStbsCampr) Ali und Oberkampfbademeister (ObKmpfBdm), trifft sich zur Operationsbesprechung im nahen Parkhaus. Die Lage ist klar, jeder weiß genau, was der andere zu tun hat. "Ich habe eine rote Casio mit silbernen Bommeln, und Ihr?", scherzt Schulli auf Alis Kommando "Uhrenvergleich", doch der Witz verhallt ungehört in der frostigen Atmosphäre der unter Anspannung stehenden Unterwassercamper.

22:30
Das Team macht sich bereit. ObChldr Schulli putzt sorgsam das Okular Ihres nachttauglichen Fernglases, Ali legt seine Tarnung als Landstreicher an und der Oberkampfbademeister bereitet Preßluftgerät und LAR III auf den bevorstehenden Tauchgang im Hafenbecken vor.

23:00
Die Rotte ist bereit, einen Moment lang ist Zeit für Sammlung und Meditation. Jeder der drei UCT spricht sich selbst ein leises "Tschakaaa, Du schaffst es" vor, dann ist es Zeit für einen gegenseitigen Ausrüstungscheck. Schullis Fernglas ist perfekt geputzt, Ali hat eine grausige Bierfahne und Rehlein spuckt gerade zum fünften Mal in seine beschlagene Maske. Am geplanten Übergabeort werden vier Kalksandsteine deponiert, deren Bedeutung sich im Laufe dieses Berichtes noch herausstellen wird.

23:15
Jedes Teammitglied begibt sich an seinen Platz. Schulli übernimmt die Stellung von "God", tarnt sich als Wegweiser und hat das gesamte Areal im Blick. Ali taumelt mit seinen Wolldecken an die vorgesehene Rampe, die hinunter zu der Landungsbrücke führt, Rehlein taucht lautlos unter den Ponton gegenüber der "Rickmer Rickmers". Die Strömung ist nicht so schlimm wie erwartet und als sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, stellt der ObKmpfBdm fest, daß es ganz schön dunkel ist. Derweil reißt der Oberstabscamper die neunte Dose Hansa Pils auf, um seine Tarnung so realistisch wir nur möglich zu gestalten.

23:30
Sofort beim Schlag der nahen Turmuhr nimmt "God" per Mobiltelefon Kontakt zum Agenten auf, der als Discogänger getarnt im T-Shirt vor dem Pupasch herumlungert. Er wird mit seiner Ware indirekt am Standort des ObStbsCamprs vorbeigeführt, der ihn mit der Frage "Hey Alter, haste mal 'ne Notnahrung?" auf sich aufmerksam macht. "Geh' da runter, ich komme gleich nach", schickt er den Agenten auf den verabredeten Ponton. Als die Lage klar ist und das Okay von "God" kommt, sammelt er seine neun leeren Dosen ein, wickelt diese in die übelriechende Wolldecke und folgt dem Agenten, der sein dünnes T-Shirt langsam zu verfluchen scheint. Jetzt hat Schulli ihre neue Position eingenommen und hängt als Galionsfigur getarnt am Bug der "Rickmer Rickmers"

23:45
Rehlein befindet sich nun genau unter dem Übergabeort. Als er die Schritte über sich hörte, hat er von der Preßluft auf des geschlossene Sauerstoffsystem gewechselt, um nicht durch seine Luftblasen aufzufallen. Noch wähnt sich der Agent mit dem Landstreicher alleine.

23:55:20
Ali übergibt die verabredete Summe in kleinen, nicht fortlaufend numerierten Scheinen und verpackt die Ware in einen wasserdichten Beutel, legt die Kalksandsteine als Gewicht oben auf das Paket und verschließt den Beutel mit geübten Handgriffen. Bei diesem schwarzen Sack handelt es sich um eine Spezialanfertigung der UCT, die mit einem Ein- und einem Auslaßventil versehen ist. Er aktiviert das weiße Knicklicht, das am Gurtsystem des Beutels mit einem Kabelbinder befestigt ist und läßt den Beutel lautlos ins Wasser gleiten. Er versinkt sofort.

23:57
Rehlein sieht das weiße Knicklicht schemenhaft an sich vorbeirauschen und taucht diesem sofort hinterher, um den Kontakt im trüben Elbwasser nicht zu verlieren. Der Aufprall des Beutels im Hafenschlick hat die Sichtbedingungen nicht unbedingt verbessert. Als das Objekt gesichert ist, läßt er an einer Leine einen roten Ball mit der Aufschrift "o.k." an die Oberfläche, nun weiß ObStbsCampr Ali, daß alles gut wird. Er verabschiedet sich vom Agenten und macht sich auf, den Treffpunkt aufzusuchen. Unterdessen schließt Rehlein den Beutel am Einlaßventil (Baugleich mit denen der Trockenanzüge) an seine PTG an und tariert ihn vorsichtig neutral aus und macht sich ebenfalls auf den Weg zum Treffpunkt. Die schlechte Sicht macht jedoch nur ein langsames Fortkommen möglich.

0:10
Die Rotte der Unterwassercamper trifft sich in der Nähe des Einsatzfahrzeuges, die Spuren der Anstrengung zeichnen sich deutlich auf ihren Gesichtern ab. Die Ware wird geprüft und für gut befunden. Die Operation wird für gelungen erklärt, die Teammitglieder verabschieden sich und jeder verschwindet in der Dunkelheit der Nacht ...

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Nachtrag
Tatort: Wohnzimmer des Oberkampfbademeisters, Tatzeit: 17:43:49, zwei Tage vor der Operation "Grüner Quader".

Beim letzten Check der Tauchausrüstung reißt die nicht mehr ganz frische Latex-Halsmanschette des Einsatz- Tauchanzuges, woraus sich die Tatsache ergibt, daß die obenstehende Geschichte frei erfunden ist. Jedoch war die Operation genau so geplant. Hooyaahh!

Zurück zu den Missionen!