UCT
Mission "Underwater Camping"
Am Fährenanleger in Kiel Mönkeberg / Ostsee soll in 10 Metern Tiefe ein Kuppelzelt aufgebaut, verankert und teilweise ausgeblasen werden. Die Ausrüstung war bereits Tage vorher zusammengestellt worden. In einer speziell umgerüsteten Munitionskiste wird Hammer, Seil und Knicklicht transportiert, an der Kiste wurden acht Spezialheringe angebracht, die das Zelt später am Boden verankern sollten. Die komplette Ausrüstung wurde dann noch einmal in einer speziell angefertigten Missionstasche verpackt. Der Weg zum Anleger verläuft ohne weitere Zwischenfälle, merkwürdiger Weise wird den beiden Aktivisten kaum Notiz geschenkt, was den Heldenfaktor erheblich schmälert. Kampfbademeister Rehlein beschließt daher, sich mit der gesamten Ausrüstung vom drei Meter hohen Anleger direkt zu verbringen, während Oberstabscamper Ali versucht, am Strand durch männliches Gehen etwas Aufmerksamkeit zu erregen.
Die Tasche wird vom Missionsteam nach kurzer Orientierung gefunden und mit dem Aufbau kann begonnen werden. Innerhalb kürzester Zeit geht die Sicht wegen der aufgewirbelten Sedimente gegen null und die Heringe, die eine Länge von 50 cm aufweisen, stellen sich aufgrund des schlammigen Bodens als zu kurz heraus. Der Aufbau geht wie geplant von statten, die Handgriffe sitzen wie bereits an Land tausendfach geprobt. Das Zelt steht und der erste Tauchgang kann nach gelungenem Einsatz beendet werden.
Beim zweiten Tauchgang wird das Zelt betreten, oder besser betaucht. Ein Ausblasen ist aufgrund der zu kurzen Heringe nicht möglich, bereits durch den Auftrieb der Ausatemluft beginnen diese sich zu lösen. Die acht 14 Meter langen Spezialhäringe mußten aus Platzgründen leider an land gelassen werden, so war eine nachträgliche befestigung nicht möglich. Auch der Gedanke, schnell einen löslichen Kaffee zu kochen, wird nach wenigen Atemzügen fallengelassen. Das Zelt wird wieder abgebaut, verstaut und auch dieser Tauchgang kann planmäßig beendet werden. Zu erwähnen, daß die Sicht mittlerweile unter null geht, ist sicher nicht erforderlich.
Unglücklicher Weise geht beim Entern des 3 Meter hohen Anlegers (ja ja, sagten wir schon, ist aber trotzdem erwähnenswert!) von See her ein Bleigürtel verloren, da dessen Schnalle von einem Taucher unter den schwierigen Bedingungen mit der Schnalle des RTW-Jackets verwechselt wird. Eine erfolgreiche Bergung ist nur eine Sache von Minuten.
Die Mission wird dank guter Planung, ausgezeichneter Teamarbeit und der Geistesgegenwart der perfekt ausgebildeten Taucher ohne Materialverluste abgeschlossen .